
Spendenkalender Monat März: Cid, vermutlich eine Mischung aus Bulldogge und Terrier. Gerborener Türsteher eben. Ein Hund der wohl die erste Zeit seines Lebens in einer Großstadt lebte. Erst in der Wohnung. Dann auf dem Balkon. Er schien überflüssig geworden, störend…auf jeden Fall weniger liebenswert, Gründe wurden damals nicht so recht genannt. Aber das ganze liegt nun auch schon knapp 8 Jahre zurück. Denn ein Tierschutzaktivist hat ihn dort weggeholt und bei einer Freundin untergebracht. Und von dort kam er zu uns denn oft gibts Probleme mit den Geretteten. Oft sind sie verhaltensauffällig, frustriert, übersteigert aggressiv. Kein Wunder wenn man von Menschen angeschafft wird, die sich keiner Verantwortung bewusst sind. Und die einen dann auf den Balkon, in den Keller, in Auto sperren oder einfach aussetzen. Das sind häufig Menschen, die auch keinen Erziehungsauftrag kennen und die auch nicht wissen, das Hunde neben täglicher Pflege auch beim Menschen nach Sicherheit suchen und Grundbedürfnisse wie artgerechte Auslastung, Sozialkontakt zum Mensch und Artgenossen, Konfliktmanagement und artgerechte Kommunikation brauchen, um sich in die von uns geschaffene Welt einfinden zu können.
Und da stand er nun. Der nächste kleine Messerstecher mit Unterbiss, tänzelndem Gang und der Attitüde „Ich hab dich gefragt ob dir die Fresse juckt“.
Fremde Menschen wurden im Sturzflug angegriffen. Hunde verprügelt, weil sie atmen. Typischer Move für jemanden der die Welt nicht versteht.
Eng stehende Wirbel hat er. Gangbild: Oettinger Bierkiste, einen deformierten Schädel hat er auch. Der Unterkiefer zu lang, am Kopf eine richtige Ars**kerbe.. bei Starkregen muss er aufpassen, dass er nicht absäuft..aber immerhin schmerzfrei. Sowohl körperlich als auch mental.
Cid hatte wohl Glück, denn er ist mit knapp 40cm recht klein und recht leicht. Er ist sportlich, agil, mittlerweile etwas Kalkablagerung in der Lunge hier und etwas klapperig da. Grundsätzlich aber noch wendig und um keine Klopperei verlegen. Auch Fremde genießen immer noch keinen fröhlichem Empfang. Territorialverhalten. Hat man halt oder eben nicht.
Cid war durch seine Protesthaltung gegenüber allem was er nicht sofort einordnen kann, nie ein Kandidat für die Vermittlung und nun, wo er irgendwas zwischen 11 und 13 Jahre alt ist (denn Papiere hatte er keine dabei damals) wird er zu einer Mitarbeiterin mit zwei Kumpels auf deren Hof ziehen. Ein Altersruhesitz auf dem Land eben. Für einen altersmilden und mittlerweile wirklich netten Hund.
Wir mussten Cid, so wie vielen seiner Kollegen hier die Welt von vorne erklären. Zeigen und Zeit geben, das Gelernte, das neu erfahrene zu verarbeiten und zu verinnerlichen. Er hat hier die meiste Zeit frei gelebt, lief so umher. Hatte seine Kumpels in der Gruppe und hat auch immer mal wieder versucht einen Schlägertrupp zu gründen. Er ist viel rumgekommen und heute ein nervenstarker Typ. Sicherlich keiner der schweren Insassen bei uns, aber eben einer der daran gescheitert ist, dass viele immernoch versuchen jeden Hund in das beste Freund-Image zu pressen und nicht hören wollen, das dies vielen Hunden nicht gerecht wird, da sie sich durch Rasseeigenschaften und bewusst gezüchtete Potentiale eher schwer tun mit der Rolle eines zurückhaltenden, zuvorkommenden Wesens was den ganzen Tag nichts als reine Liebe für seinen Käufer empfindet.
Na ja für Cid is noch lange nicht Feierabend und wir lieben den kleinen Türsteher auch wenn er uns gerne mal auf Trab hält.
