Seppl

Rasse Labrador-Mischling
Geschlecht männlich (kastriert)
Farbe braun
Größe / Gewicht 56cm / 33kg
Wesen neugierig, gelassen, lernwillig
Verhalten ggü. Kinder wird nicht zu Kindern vermittelt
Verhalten ggü. Erwachsenen aufgeschlossen, gleichgültig, statusbedingt aggressiv
Verhalten ggü. Artgenossen gut sozialverträglich
Gehorsamkeit / Leinenführigkeit Ja
Schlechte Erfahrungen / Ängste Gewalt, betrunkene Menschen
Alleine bleiben Ja
Auto fahren Ja
Gesundheit keine Probleme bekannt
Abgabegrund Beißvorfall gegenüber seinem Besitzer
Neues Zuhause Arbeitshundeerfahrene Menschen mit klarem Umgang, keine Hemmungen beim Verwenden eines Maulkorbes, Mehrhundehaushalt wünschenswert
Bei uns seit 01.12.2015

Menschen lieben es, wenn sie alles unter Kontrolle bringen können und Hunde lassen sich nahezu perfekt dressieren. Warum also nicht auch die Macht über die Grundbedürfnisse eines Lebewesens an sich reißen. Konditionierung ist das Zauberwort und der Clicker ist der Schlüssel dazu.

Wendet man eine solche Art von Training als alleinige Erziehungsmethode an, kommt es, wie im Fall von Seppl, hin und wieder auch zu Verhaltensstörungen, Zwängen und Überreiztheit. Er führte ein „Leben“ als Sportgerät zum Trailen und Apportieren, außerdem erfolgten Handlungen wie urinieren und fressen auf Signal des Halters. So entfernte er sich Stück für Stück vom natürlichen Hundeverhalten und wurde immer weiter in die Unselbständigkeit gebracht.

Wer versucht die Natur zu unterdrücken und einen Hund wie eine Maschine zu behandeln, lebt mit der Gefahr eines Ausbruchs – so kam es eines Tages zu einem Beißvorfall innerhalb der Familie. Seppl wurde als unberechenbar beschrieben und ins Tierheim gebracht.

Als er von diesem vermittelt werden konnte, kam es leider zu einem weiteren Beißvorfall. Über Jahre war er in seinem Verhalten zurechtgeklickert worden, doch nun war er völlig auf sich gestellt, ohne diese „Anleitung“. Er begann in seinem neuen Zuhause Dinge für sich zu beanspruchen, indem er Sachen umhertrug und sämtliches Mobiliar sowie Gegenstände als „seins“ deklarierte.

Roboter haben eine Reset-Taste

Damit Seppl gänzlich ohne die gewohnten Strukturen ein neues Leben anfangen kann, kam er zur „Ausnüchterung“ zu uns. Hier kann er einfach nur Hund in einer Gruppe von anderen Hunden sein, neu beobachten lernen und Erfahrungen sammeln. Am Anfang tat er sich damit schwer, mittlerweile rennt er freudig durchs Gehege oder springt in Pfützen. Er pinkelt wann und wo er will und hält nicht mehr bis zum erlösenden Signal ein.

Das Verteidigen von Ressourcen sowie aggressive Reaktionen bei Bedrängung oder Annäherung, v.a. wenn er in erhöhter Position sitzt, sind noch fest in ihm verankert. An den Pfoten lässt er sich gar nicht anfassen.

Seppl ist allerdings schon sehr gut an einen Maulkorb gewöhnt und abgesehen von o.g. ein gehorsamer und treuer Begleiter im Alltag. Er bleibt sowohl beim Autofahren als auch in hektischeren Alltagssituationen gelassen und ist sehr verträglich mit anderen Hunden.

Wer hilft Seppl Selbstbewusstsein zu erlangen und sich wohlzufühlen?

Sein neues Zuhause sollte ihm Freiraum geben, Erfahrung im Umgang mit arbeitenden Hunden haben und bestenfalls ein Haushalt mit Mehrhundehaltung (ohne Kinder, Katzen und Kleintiere) sein. Ein klarer Umgang sowie keine Hemmungen bei der Verwendung eines Maulkorbes sind erforderlich. Es sind Menschen gesucht, die in der Lage sind mit ihm an seiner statusbedingten Aggression und Ressourcenverteidigung zu arbeiten.

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