Paul

Rasse Leavitt Bulldog
Geburtsdatum 25.05.2015
Geschlecht männlich
Farbe braun

Paul Alien Leavitt
Paul ist Mix einer sogenannten Leavitt Bulldog. Eine hier weitestgehend unbekannte Züchtung, bei der von Herrn David Leavitt um 1970 in Pennsylvania versucht wurde, gesundheitliche Problemzonen der Old English Bulldogs, wie etwa einen zu kurzen Fang und damit einhergehende Atemprobleme, der breite Brustkorb mit zu kurzen und schädlich gekrümmten Vorderläufen etc. durch das Einkreuzen von Mastiff und Staffordshire Terriern, wieder auf einen gesunden und leistungsfähigen Standard zu bringen. In Pauls Fall, ist dies sicherlich gelungen, körperlich ist er belastbar, ausdauernd und stabil. Wir haben es hier mit einem frei atmenden, hochbeinigen, sportlichen Typen zutun, welcher mit dem eisernen Willen und der Entschlossenheit einer Bulldogge vorgeht.

 

Paul ist gegenüber seinen Menschen absolut loyal. Doch leider ist er ein gebranntes Kind. Halterwechsel und immer wieder kehrende Erfolge seinerseits, durch Unachtsamkeit oder mangelnde Kenntnis über sein Wesen, im Bezug auf Angriffe auf Artgenossen und fremde Personen lassen ihn heute nicht mehr an die Überlegenheit von Menschen glauben und so kommt es immer wieder dazu, dass er im Zusammenhang mit seinen Bezugspersonen und hauptsächlich an der Leine fremde Menschen oder Hunde attackiert. Sozialmotiviertes und aufgeladenes Geschoss an der Leine.

Paul hat außerdem einen sehr guten Geruchssinn und ist ein hochspezialisierter Jäger. Besonders spannend findet er Katzen und Huftiere. Es ist nicht so, dass er dabei unbelehrbar ist- man sollte ihn dennoch in der Öffentlichkeit mit einem Maulkorb absichern, da er durch seinen bewegten Lebenswandel zum einen seine Zeit braucht, bis er seine Bezugsperson auch wirklich anerkennt und sich an dieser orientiert und zum anderen auch nicht besonders gut auf das Leben an sich vorbereitet wurde. Unbekannte Situationen, zu viele Reize oder Eindrücke, können dazu führen, dass er in eine sehr hohe Erregungslage gerät, in der er schier unerreichbar ist und sich nur noch auf ein Ventil fokussiert, um sich daran abzuarbeiten (fremde Menschen, Hunde etc.) und um dies zu erreichen im Frust dann auch gegen den Halter gerichtet agiert.

Bevor man sich mit Paul also ein Duell auf offener Straße liefert und von älteren Damen mit Regenschirmen verprügelt wird muss also auf dem eigenen Grund und Boden gearbeitet werden.
Ich habe mit Paul vorrangig an seiner Frustration gearbeitet und ihn immer wieder in Situationen gebracht in denen er einfach sitzen und beobachten musste. So liegt er zum Beispiel beim Essen neben dem Tisch ab. Holt beim Pizzaboten mit mir die Pizza ab oder liegt in der Wohnung auf dem Teppich ab, während die Katzen frei durch die Wohnung streifen. Er darf nicht an der Leine ziehen und auch hier habe ich ganz viel über das Prinzip „Distanz schafft Nähe gearbeitet“ . Auch gehört ganz viel, anfassen, Füße hochheben, Hände auf den Rücken oder Kopf legen und rumrempeln dazu.

Da Paul sich gerne an und mit Menschen reibt und sein soziales Miteinander über genau diese Art der Körperlichkeit definiert und festigt. Hält er nichts von einem oder fühlt sich überlegen, wird man bei derartiger Interaktion nämlich von ihm angegriffen. In seinen Menschen hingegen wälzt er sich dabei direkt hinein, rüpelt rum und spielt.
Als Paul zu uns kam, waren Menschen für ihn in keiner klaren Rolle. Sie waren eben irgendwie da und er kam mit uns aus oder ging uns an. Paul verließ sich aber auf Strukturen und Gegebenheiten, die es immer und bei allen gab. Futter (Energie, Ressource ), Gassi ( Auslastung /Selbstdarstellung ) und einen warmen Schlafplatz (Ruhe und Ressource). Was er also zuerst lernte war, dass Menschen nichts selbstverständliches sind, dass Futter dann kommt wenn die Orientierung da ist und Räume von mir begrenzt erteilt wurden. Stück für Stück, kam Paul so dazu sich mit mir in Beziehung zu setzen anstatt vorauszusetzen, das ich „funktionierte“ wie alle anderen Menschen.

Problem: Bulldoggen stammen aus dem sogenannten Bullbaiting (Hunde hauptsächlich English Bulldogs waren darauf ausgelegt, Bullen bei der Nase zu packen und zu Boden zu ziehen und nieder zu ringen) . Hunde wie Paul haben von Haus aus eine relativ niedrige Reizschwelle und können sehr angriffslustig sein, da sie an körperlichen Auseinandersetzungen Selbstbestätigung und Gefallen finden.
Diese Eigenschaft ist sowohl bei Paul als auch bei einigen anderen Bulldoggen bei uns in der Foundation vertreten und tritt, ganz egal wie gut die Beziehung oder wie hoch die Androhung der Strafe immer wieder gelegentlich auf.
Er ist bei Menschen bevorzugt bei Frauen. Starke, bullige Männer hat er schon öfter mal in die Mangel genommen, wenn diese ihn allerdings abblitzen liessen und seine Attacke abschüttelten kam es immer wieder auch dazu, dass Paul sich von jenen genau so gut händeln liess wie von unserer Hellhounds Crew.
Man muss also Menschen finden, die diese Eigenschaft kennen und sich nicht vor dem Thema Absicherung durch den Maulkorb scheuen.
Heisst im Klartext: Man kann viel mit Paul machen, einige Baustellen bearbeiten aber er ist und bleibt ein Hooligan.
Eine wie ich finde sehr nette Eigenschaft ist, er ist ein Schönwetterhund. Bei Regen, Schnee und Sturm reicht ihm die kurze Runde um den Baum und er kann Stunden lang auf dem Sofa liegen. Er braucht keine anderen Tiere in seinem Leben . Wesensstarke Hündinnen verträgt er wohl aber eben nicht in der eigenen Wohnung. Dass ist wohl eher was für den Hundepark. Er braucht auch kein bewegtes Familienleben wo Freunde, Bekannte und die Nachbarn zum Grillen kommen. Im Grunde ist er wie Alf. Er frisst Katzen und mag keine fremden Menschen.
Paul kennt allerdings im Gegensatz zu seinem außerirdischen Verwandten einen Maulkorb und hat auch kein Problem diesen zu tragen. Mit Maulkorb und entsprechend fähigen Menschen ist er auch abrufbar und kann in Hundegruppen mitlaufen. Er fährt gut im Auto mit und verhält sich zu Hause ruhig und unauffällig. Er kennt und liebt seine Kennelbox als Rückzugsort und schläft am liebsten direkt an der Heizung oder vor einem Kamin .

 

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