Money alias Mammon

Rasse Deutsche Dogge x Dogo Canario
Geburtsdatum 26.12.2018
Geschlecht männlich
Farbe schwarz, weißer Latz

MAMMON
Was passiert wenn ein junger Doggen x Presa Rüde als halbstarker Schnösel aus schlechten Verhältnissen in eine gut laufende Hundepension wechselt die ihm helfen will? Ja richtig er wird vor allem groß. Wie er zu einem Fall für uns wurde lässt sich nu so erklären, dass es auf diesem Planeten Hunde gibt, die auch ohne schlechte Erfahrung gemacht haben zu müssen, mit dem nervigen Feature ausgestattet sind alles kritisch zu hinterfrage und im Zweifel nicht anzuerkennen, weil sie den Sinn dahinter nicht verstehen. Und genau dies ist bei Mammon der Fall. Trotz Hunde einmal Eins und Förderung im Junghundalter hat sich Mammon in eine ziemlich heftige Richtung entwickelt. Es scheint, als wäre er trotz Größe und Erscheinung ein sehr sensibler Hund welcher schnell in die Überforderung abdriftet und dann ziemlich kurz übersetzt zubeißt. Seinen Auszug aus der Pension hin zu uns hatte er sich damit verdient, eine Mitarbeiterin zu beißen, während diese ihn schmuste. „Ja nicht jeder Hund will angefasst werden, da muss ma…“, ja Stopp, die Situation war die, dass die Mitarbeiterin in seinem Auslauf saß und er auf sie zu ging, sich hinwarf und sich die Plauze kraulen ließ. Erst als sie sich ein Stück mehr in seine Richtung neigte ging er hoch wie eine Bombe und packte ihr mehrfach in den Arm. Ein hinzugerufener Hundetrainer konnte derartige Probleme nicht bestätigen, wie auch Mammon zeigt derartige Hinterlist immer erst dann, wenn er Leute kennt. Wat? Wieso das denn?
Ab diesem Zeitpunkt steigerte Mammon sich auf Grund seiner neuen Lernerfahrung: „Beißen bringt Mindestabstand“, in dieses Verhalten derart rein, dass er bald nicht mal mehr angeleint werden konnte und man sich über unangenehme Worte wie Lebensqualität Gedanken machen musste.
So wurde Mammon am besagten Tag mittels Leckerlispur völlig nackt im Rumpf eines VW Bulli geliefert und wir machten erstmal ein scheppes Gesicht als es hieß ob wir ihn nicht einfach mit Auto aufs Gelände nehmen könnten um dort beide Kofferraum Flügeltüren aufmachen und ihn „einfach laufen lassen“. Eh ne und sowas machen wir grundsätzlich nicht bei Hunden, die sich in ihre Geschichten reinsteigern- auch wenn dies erstmal nach einem sanften Weg aussieht. Man stelle sich folgende Situation vor, Mammon steigt aus dem Bus aus und kommt auf einer 1500 qm Fläche an. Er riecht und hört das Toben der anderen Hellhounds und dann stehen da 3 ihm völlig fremde Menschen die augenscheinlich auf dem Grundstück frei herumlaufen. Mammon verkrümelt sich also in eine der aufgestellten Hütten und spinnt dort in der Einsamkeit einfach weiter oder versucht gleich direkt über einen der Zäune zu fliehen. In einem solchen Szenario sind Verletzungen oder psychische Schäden nicht selten. Hunde allein zu lassen und das Ganze mit dem Wort „ankommen lassen“ nett zu verpacken ist weder fair noch in irgendeiner Weise haltbar für ein Lebewesen was im höchsten Maße sozial intelligent und an ein in der Gruppe strukturiertes Leben gewöhnt ist, Isolation und Vereinsamung sind grade für Hunde mit derartigen Defiziten Tierquälerei. Wäre er verletzt müssten wir ihn fangen oder im schlimmsten Fall sedieren, eine Situation, in die kein Hund mit derartigen Problemen kommen sollte, da hier all seine schlimmsten Befürchtungen wahr würden und er sich in seiner Annahme, Menschen seien nur gut, wenn man sie im Status niedrig hält, bestätigt sähe. Also schauten Swantje und ich und augenrollend an, verneinten diesen Vorschlag und trabten ab um Fangleinen, Leckerli und allerhand anderen Schnickschnack zu holen der uns nützlich erschien. Wir öffneten vorsichtig die Seitentür und schauten in ein entsetztes Gesicht. Sofort hob Mammon die Vorderpfote und fand alles gruselig. Er ließ uns nicht aus den Augen und wurde schon leicht hektisch. Also: Oma Sky gerufen und geschaut ob eine Hunde Unterstützung Mammon dazu bringen würde auszusteigen. Aber weder Oma hatte richtig Lust zu arbeiten noch Mammon ihr nach draußen zu folgen und auszusteigen
Ich brauchte ein paar Anläufe, da er immer wieder die Leine mit gebleckten Zähnen in der Luft fing, wenn ich versuchte sie ihm über den Kopf zu werfen. Zugegeben war das auch nicht großartig, trotz allem hatten wir hier die Chance sein Verhalten zu sehen und über Druck Aufbau und Wegnahme so auf ihn zuzugehen, dass es am Ende glückte und wir einen dann sogar relativ entspannten jungen Rüden aus dem Auto und in die Foundation führen konnten. Er blieb zwei Tage mit im Haus beobachtete aber immer sehr interessiert die Hundegruppen, hatte er in der Pension ja nun doch ein knappes Jahr in Einzelhaft gesessen wegen Unberechenbarkeit. So schaute er zu uns und dann nach draußen, sodass wir ihm nach wenigen Tagen den Wunsch erfüllten und ihn integrierten. Mit Hunden und deren Kommunikation hat Mammon keine Probleme. Er geht Streitereien eher aus dem Weg und kann sich dort gut einordnen. Doch schon nach ein paar Wochen bemerkten wir, dass Mammon sich uns mehr und mehr entzog und dann stand er eines Abends da und wollte nicht in sein Zimmer gehen. Beim mit einer Leine in der Hand auf ihn zugehen zeigte er bereits die Zähne und sprang nach vorne auf mich zu. Er biss nicht nach mir, aber die Ansage war eindeutig. Es dauerte eine Stunde der Diskussion ähnlich der im Bus, bis ich ihn angeleint hatte. Warum ich nicht davon ausgehe, dass er ein Angsthund ist? Er hätte in dem Gehege leicht vor mit flüchten können und sich sogar gänzlich entziehen, er tat es nur nicht. Er stand gute anderthalb Meter von mir entfernt und diskutierte. Und genau das muss man für Mammon einfach draufhaben. Mammon ist an sich ein noch sehr jung gebliebener Rüde. Wenn ich mit ihm übers Grundstück laufe, hat er grundsätzlich meine Hand oder den ganzen Arm im Maul. Er beißt nicht, sondern sifft und schlabbert drauf rum und führt sich auf wie ein Kind, dass an Mamis Hand gehen will. Er geht, wenn er hier frei bei uns mitlaufen darf auch gern auf Leute zu und schmust, allerdings muss man darauf bedacht sein ihn nicht zu übergehen oder zu bedrängen, da er sonst ziemlich schnell in eine Attacke über geht, was er hier schon unter den entsetzten Blicken von zwei Besucherinnen erfolgreich präsentiert hat, als er versuchte unseren Mac Gyver und Hausmeister Norbert Steel zu beißen, nachdem die Kuschelei etwas überschwänglich wurde. Augenblicklich flogen dem jungen Rüden an diesem Tag eine Milchtüte und ein Zuckerstreuer an den Kopf und mein Fuß in den Hintern. Blöd, aber meine Mitarbeiter beißen is halt nicht, das weiß er jetz. Mammon muss man manchmal vor sich selber retten aber zum jetzigen Zeitpunkt ist anleinen, abrufen, Tierarzt und Maulkorb anziehen voll drin und er macht immer entspannter mit. Bis zur Vermittlung ist es zwar noch ein Weg, aber wir sind dran. So arbeiten wir an seinen Erfahrungswerten, schleppen ihn mit und diskutieren hier und da Themen, die sich im Alltag ergeben. Derzeit halten wir es mit dem allseits beliebten und von Menschen geforderten Streicheln so, dass wir ihn ran rufen, ein wenig kraulen und dann wieder wegschicken. Kommt er an und fordert ein verweisen wir ihn, da dies eine seiner bekannten Strategien ist die wir nicht bedienen wollen. Auffällig ist es, dass er dieses „Anbiedern“ immer dann zeigt, wenn eine Diskussion vorneweg gegangen ist und er so daherkommt als wollte er sich danach einschleimen. Zweimal sind wir drauf reingefallen, weil ja keiner so eine derartig abgebrühte Art vermuten würde, Mammon allerdings mag keine „Niederlagen“ und so kann es durchaus zu derartigem Verhalten kommen. Grade kämpft er noch mit einem auslaufenden Kastrationschip der auch einiges zu seinem wirklich übersteigerten Verhalten beigetragen hat, aber immerhin sind seine Hoden nun wieder da wo sie sein sollten, hatten sich diese doch auf Grund des Chips vollständig in den Bauchraum verzogen. Urgs*
Mammon wird noch eine Weile von uns begleitet, da er neben einem besseren Nervenkostüm auch ein höheres Level an Frust ertragen lernen muss und als Alternative zur direkten Attacke andere Kommunikations und Ausdrucksformen wie knurren, Zähne zeigen oder aber einem Entziehen vor einer ihm eigentlich unangenehmen Situation, erlernt werden müssen. Wir lieben ihn und würden uns über Paten für ihn freuen.

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